VANA Ratgeber · Wind & Sicherheit
Eine ausgefahrene Markise bietet dem Wind eine große Angriffsfläche. Für die sichere Nutzung zählen deshalb nicht nur Bauart oder Gestell, sondern Windbeständigkeit, Größe, Ausfall, Montageuntergrund, Befestigung, Einbauort und Böen als Gesamtsystem.
Inhaltsverzeichnis öffnen
Kapitel 1
1. Welche Markise ist am stabilsten?
Bei einer typischen ausfahrbaren Terrassenmarkise wird das Tuch über Gelenkarme oder ein vergleichbares System nach vorn geführt. Je weiter und größer die Anlage ausgefahren ist, desto größer ist grundsätzlich die Fläche, auf die Wind wirken kann. Hinzu kommen dynamische Belastungen: Böen wirken nicht gleichmäßig, sondern können Tuch, Ausfallprofil, Gelenkarme, Konsolen und Befestigung wechselnd beanspruchen.
Deshalb sollte die Kaufentscheidung nicht lauten „Welche Bauart ist immer windfester?“, sondern:
- Welche Windbeständigkeit ist für das konkrete Modell dokumentiert?
- Welche Breite und welcher Ausfall sind für genau diese Ausführung vorgesehen?
- Auf welchem Untergrund wird montiert?
- Welche Befestigung sieht die technische Dokumentation für diesen Untergrund vor?
- Ist der Standort geschützt oder exponiert?
- Gibt es häufige Fallwinde, Windkanäle oder starke Böen?
- Kann die Markise bei Wetteränderung schnell eingefahren werden?
- Ist eine automatische Windüberwachung sinnvoll?
Wer noch zwischen mehreren Bauarten schwankt, sollte zuerst unseren Vergleich der Markisenarten lesen. Den Unterschied zwischen Kassettenschutz und Gelenkarmkonstruktion erklären wir außerdem ausführlich im Ratgeber Kassettenmarkise oder Gelenkarmmarkise?.
Kapitel 2
2. Bei welcher Windstärke sollte man eine Markise einfahren?
Der Deutsche Wetterdienst verwendet die Beaufort-Skala, um Windstärken mit Geschwindigkeitsbereichen zu verbinden. Dabei handelt es sich um meteorologische Größen. Der DWD weist außerdem darauf hin, dass Windrichtung und Geschwindigkeit am Boden schwanken und Böigkeit eine wesentliche Rolle spielt. Für eine Markise am Gebäude ist das wichtig, weil die lokale Belastung nicht einfach mit einem einzigen Vorhersagewert gleichgesetzt werden kann.
| Beaufort | DWD- |
Wind |
Einordnung für Markisen |
|---|---|---|---|
| 4 | mäßiger Wind | 20–28 km/h | Nur meteorologische Orientierung; Produktfreigabe bleibt maßgeblich. |
| 5 | frischer Wind | 29–38 km/h | Böen und Standort stärker beachten; nicht als pauschale Freigabe verstehen. |
| 6 | starker Wind | 39–49 km/h | Keine allgemeine Aussage „Markise darf offen bleiben“ möglich. |
| 7 | steifer Wind | 50–61 km/h | Wetterlage klar windkritisch; Produktgrenzen und Sicherheit haben Vorrang. |
| 8 | stürmischer Wind | 62–74 km/h | Nicht mit einer normalen Nutzungsfreigabe für ausfahrbare Markisen gleichsetzen. |
Die Geschwindigkeitsbereiche stammen aus der Beaufort-Skala des Deutschen Wetterdienstes. Sie beschreiben meteorologische Windstärken und sind ausdrücklich keine universellen Betriebsgrenzen für Markisen.
Warum Böen wichtiger sein können als der Mittelwind
Eine Wetter-App kann beispielsweise eine relativ moderate mittlere Windgeschwindigkeit anzeigen, während einzelne Böen deutlich darüber liegen. Der DWD beschreibt Windunruhe und Böigkeit als Schwankungen von Richtung und Geschwindigkeit. Genau diese wechselnde Belastung kann für eine ausgefahrene textile Fläche problematisch sein.
Zusätzlich verändert das Gebäude selbst die Strömung. Gebäudeecken, Durchgänge, Dachkanten oder höher gelegene Balkone können lokal andere Windverhältnisse erzeugen als eine freie Wetterstation. Deshalb sollte man sich nicht darauf verlassen, dass eine allgemeine Wetterangabe exakt die Belastung an der eigenen Markise abbildet.
Kapitel 3
3. Was sagt DIN EN 13561 zum Windwiderstand von Markisen?
Die Norm gilt unter anderem für Gelenkarm-, Fallarm-, Senkrecht-, Fassaden-, Wintergarten- und Pergolamarkisen. DIN Media nennt ausdrücklich den Widerstand gegenüber Windlasten als einen überarbeiteten Teil der Ausgabe 2015. Für Käufer ist daran vor allem wichtig: Windbeständigkeit ist kein reines Werbeversprechen, sondern eine technische Produkteigenschaft, die im Zusammenhang mit der Norm und den zugehörigen Prüfverfahren bewertet wird.
Für die Praxis sollte man deshalb in den technischen Unterlagen des konkreten Modells nach der deklarierten Windbeständigkeit beziehungsweise Windwiderstandsklasse suchen. Entscheidend ist nicht, welche Zahl ein anderes Modell derselben Bauart erreicht, sondern welche Einstufung für genau die gewählte Größe und Ausführung gilt.
Windwiderstandsklasse und Beaufort sind nicht dasselbe
Ein besonders häufiger Fehler ist die direkte Gleichsetzung einer Produktklasse mit einer Wettervorhersage. Die Beaufort-Skala beschreibt meteorologische Windstärke. Die Windbeständigkeit eines Produkts wird dagegen unter normierten Bedingungen bewertet. Reale Böen, Gebäudeeinflüsse, Montageuntergrund und Befestigungssituation können davon abweichen.
Kapitel 4
4. Was beeinflusst die Windstabilität einer Markise?
Breite und Ausfall
Breite und Ausfall bestimmen die Größe der ausgefahrenen Fläche. Deshalb kann nicht automatisch von einer kleinen Ausführung auf eine größere Variante desselben Modellnamens geschlossen werden. Technische Angaben sollten immer zur bestellten Dimension passen.
Montageuntergrund
Die Kräfte der ausgefahrenen Markise müssen über Konsolen und Befestigung in das Gebäude eingeleitet werden. Beton, massives Mauerwerk, unterschiedliche Lochsteine, gedämmte Fassaden oder Holzkonstruktionen stellen verschiedene Anforderungen an die Befestigung. Pauschale Dübel- oder Schraubenangaben sind deshalb ungeeignet.
Montageposition
Eine geschützte Terrasse zwischen Gebäudeteilen kann anderen Windverhältnissen ausgesetzt sein als ein frei liegender Balkon in einem oberen Geschoss. Besonders exponierte Gebäudeecken und offene Lagen verdienen bei der Planung Aufmerksamkeit.
Tuchspannung und Zustand
Eine Markise sollte technisch einwandfrei arbeiten. Auffälliges Flattern, ein schiefes Ausfahren, beschädigte Gelenkarme, lockere Konsolen oder stark verschlissene Bauteile sind kein Zustand, in dem Belastungsgrenzen „ausprobiert“ werden sollten. Solche Auffälligkeiten gehören überprüft, bevor die Anlage weiter unter Windlast betrieben wird.
Seitliche Elemente und zusätzliche Flächen
Seitenteile, Volants oder andere Ergänzungen können die Strömung und die angeströmte Fläche verändern. Deshalb sollte Zubehör nur so eingesetzt werden, wie es für das jeweilige System vorgesehen ist. Eigenbauten oder improvisierte Windschutzflächen können die Belastung des Gesamtsystems verändern.
Kapitel 5
5. Ist eine Kassettenmarkise bei Wind stabiler als eine offene Gelenkarmmarkise?
Eine Vollkassette hat einen klaren Vorteil im Ruhezustand: Beim vollständigen Einfahren verschwinden Tuch und Mechanik weitgehend im Gehäuse. Das hilft gegen Witterungseinflüsse im eingefahrenen Zustand. Wird die Markise ausgefahren, entsteht jedoch wieder eine große Fläche, auf die Wind wirken kann.
Bei offenen Gelenkarmmarkisen fehlt diese vollständige Einhausung. Das macht sie aber nicht automatisch zu einer „schwachen“ Markise. Die Bauart, Dimension, Konstruktion und Montage des jeweiligen Modells bestimmen die technische Leistungsfähigkeit.
Wenn du zwischen beiden Systemen wählst, sollte der Wind daher nur eines von mehreren Kriterien sein. Schutz im eingefahrenen Zustand, Optik, Montageplatz und Budget spielen ebenfalls eine Rolle. Unser direkter Vergleich Kassettenmarkise oder Gelenkarmmarkise führt diese Punkte zusammen.
Kapitel 6
6. Hilft eine geringere Ausladung bei Wind?
Es klingt plausibel, eine Markise bei stärkerem Wind einfach nur halb einzufahren. Technisch ist aber nicht für jedes System gewährleistet, dass beliebige Zwischenpositionen als definierte Windstellung vorgesehen sind. Auch die Kräfte in Gelenkarmen, Tuch und Ausfallprofil verändern sich mit der Stellung.
Für eine Sicherheitsentscheidung ist deshalb die dokumentierte zulässige Nutzung wichtiger als eine selbst gewählte Faustregel. Wenn sich die Wetterlage verschlechtert, ist vollständiges Einfahren in der Regel die eindeutigere Schutzmaßnahme, sofern die Produktunterlagen nichts anderes vorsehen.
Kapitel 7
7. Was bringt ein Windwächter an der Markise?
Der praktische Vorteil liegt in der Automatisierung: Ist niemand auf der Terrasse oder beginnt der Wind während der Abwesenheit zuzunehmen, kann ein passend konfiguriertes System die Markise einfahren. Das ist besonders interessant, wenn Wetteränderungen am Standort häufig auftreten.
Bei der Auswahl müssen Sensor, Steuerung und Motor technisch miteinander kompatibel sein. Auch die Montageposition des Sensors und seine Konfiguration sind entscheidend. Die Dokumentation des jeweiligen Systems sollte deshalb vollständig beachtet werden.
Passende Komponenten findest du bei VANA unter Markisensteuerungen & Sensoren. Elektrische Systeme behandeln wir ausführlicher im geplanten Ratgeber zur elektrischen Markise.
Kapitel 8
8. Warum ist die Montage für die Windfestigkeit so wichtig?
Die Montagekräfte werden nicht nur vom Eigengewicht bestimmt. Im ausgefahrenen Zustand entstehen zusätzliche Kräfte durch Wind. Deshalb müssen Anzahl und Position der Konsolen, Befestigungsmittel und Untergrund zum konkreten Modell und zur Einbausituation passen.
Bei Wärmedämmverbundsystemen, unbekanntem Mauerwerk, stark auskragenden Anlagen oder anderen anspruchsvollen Untergründen ist eine fachkundige Beurteilung besonders wichtig. Eigene Annahmen wie „diese Dübelgröße reicht bei jeder Markise“ sind ungeeignet.
Auch die Montagehöhe und Ausrichtung können die tatsächliche Anströmung beeinflussen. Wer in einer exponierten Lage wohnt, sollte dies bereits vor der Produktauswahl ansprechen und nicht erst nach der Montage feststellen, dass die Terrasse regelmäßig starken Böen ausgesetzt ist.
Kapitel 9
9. Welche Rolle spielt der Standort?
Wind ist am Gebäude nicht überall gleich. Ein Balkon im oberen Geschoss, eine Terrasse an einer Hausecke und ein Innenhof können völlig unterschiedliche Strömungsverhältnisse haben. Auch umliegende Gebäude, Mauern, Bäume und Geländeformen verändern den Wind.
| Standortsituation | Was bei der Planung wichtig ist |
|---|---|
| Geschützte Terrasse | Trotz Schutz keine pauschalen Windgrenzen annehmen; Produktdaten und Montage bleiben maßgeblich. |
| Freier Balkon | Exposition und Böen besonders berücksichtigen; sichere Einfahrmöglichkeit wichtig. |
| Gebäudeecke | Lokale Beschleunigung und wechselnde Windrichtungen können auftreten. |
| Höheres Geschoss | Standort nicht mit windgeschützter Erdgeschoss-Terrasse gleichsetzen. |
| Windkanal zwischen Gebäuden | Häufige Böen bereits bei Produktauswahl und Montageplanung berücksichtigen. |
Kapitel 10
10. Was sollte man vor angekündigtem Sturm tun?
- Wetterlage früh beobachten: Nicht erst reagieren, wenn starke Böen bereits an der Anlage ziehen.
- Markise vollständig einfahren: Die vorgesehene Schutzstellung nutzen.
- Automatik prüfen: Bei motorisierten Anlagen sicherstellen, dass Steuerung und Sensorik betriebsbereit sind.
- Terrasse sichern: Lose Möbel, Sonnenschirme und Gegenstände entfernen oder sichern, damit sie nicht gegen die Markise schlagen.
- Nach Sturm Sichtprüfung durchführen: Bei auffälligen Geräuschen, verbogenen Teilen, lockeren Konsolen oder schiefem Lauf nicht einfach weiterbetreiben.
Das Ziel ist nicht, die technische Grenze der Anlage auszutesten. Je früher die große textile Fläche verschwindet, desto weniger Windangriffsfläche bleibt. Das ist besonders bei Gewitterböen sinnvoll, die lokal sehr plötzlich auftreten können.
Kapitel 11
11. Was tun, wenn die Markise bei Wind nicht mehr einfährt?
Bei einer elektrischen Markise kann die Ursache beispielsweise in Stromversorgung, Steuerung oder Mechanik liegen. Welche Notbedienung möglich ist, hängt vom Modell ab. Manche Systeme besitzen eine dafür vorgesehene manuelle Funktion, andere nicht. Eine allgemeine Anleitung zum gewaltsamen Einfahren wäre daher gefährlich.
Wenn bereits Teile sichtbar beschädigt, Konsolen locker oder Gelenkarme verformt sind, sollte der Bereich darunter und davor freigehalten werden. Nach dem Wetterereignis sollte die Anlage überprüft werden, bevor sie wieder normal genutzt wird.
Kapitel 12
12. Markise bei Wind kaufen: praktische Auswahlmatrix
| Kriterium | Darauf achten | Warum relevant |
|---|---|---|
| Windbeständigkeit | Deklaration des konkreten Modells und der gewählten Größe prüfen. | Bauartname allein reicht nicht für die Belastbarkeit. |
| Breite & Ausfall | Nur freigegebene Dimensionen vergleichen. | Die Windangriffsfläche verändert sich mit der Größe. |
| Untergrund | Wandaufbau vor Bestellung und Montage kennen. | Lasten müssen sicher in das Gebäude eingeleitet werden. |
| Standort | Exponierte Lage, Balkonhöhe und Windkanäle berücksichtigen. | Lokale Böen können von allgemeinen Wetterwerten abweichen. |
| Bedienung | Schnelles Einfahren ermöglichen. | Bei Wetterwechsel zählt Reaktionszeit. |
| Sensorik | Kompatible Wind-/Wettersensoren prüfen. | Kann automatische Reaktion unterstützen. |
| Wartungszustand | Lockere, beschädigte oder auffällige Teile prüfen lassen. | Technischer Zustand gehört zur sicheren Nutzung. |
Wenn du verschiedene Modelle vergleichen möchtest, findest du die aktuellen Varianten unter Markisen. Der übergeordnete Kaufprozess – Art, Größe, Stoff, Montage und Ausstattung – ist im großen Markisen-Ratgeber zusammengefasst.
Kapitel 13
13. Häufige Fragen zu Markisen bei Wind
Welche Markise ist am stabilsten?
Das lässt sich nicht seriös allein an einer Bauart festmachen. Entscheidend sind die Windbeständigkeit des konkreten Modells, dessen Größe, der Montageuntergrund, die Befestigung und der Standort.
Bei welcher Windstärke sollte man eine Markise einfahren?
Maßgeblich sind die Vorgaben des konkreten Produkts. Eine allgemeine Beaufort-Zahl für alle Markisen gibt es nicht. Bei zunehmender Böigkeit und sich verschlechternder Wetterlage sollte frühzeitig eingefahren werden.
Wie viel Wind hält eine Markise aus?
Das hängt vom Modell, der gewählten Größe, der erklärten Windbeständigkeit und der Montage ab. Eine allgemeine km/h-Zahl für alle Markisen wäre technisch falsch.
Ist eine Markise sturmsicher?
Eine ausfahrbare Markise sollte nicht als sturmsicherer Wetterschutz verstanden werden. Bei Sturm oder entsprechend kritischer Wetterlage gehört sie in die vorgesehene eingefahrene Schutzstellung.
Ist eine Kassettenmarkise windfester als eine Gelenkarmmarkise?
Nicht automatisch. Die Kassette schützt insbesondere im eingefahrenen Zustand. Für die ausgefahrene Windbeständigkeit zählt die technische Einstufung des konkreten Modells.
Was bedeutet Windwiderstandsklasse bei einer Markise?
Sie beschreibt eine technisch bewertete Widerstandsfähigkeit unter normierten Bedingungen. Sie sollte anhand der Produktunterlagen gelesen und nicht ungeprüft mit der Beaufort-Zahl einer Wetter-App gleichgesetzt werden.
Ist Beaufort 6 automatisch die Grenze für Markisen?
Nein. Beaufort 6 bezeichnet beim DWD starken Wind mit 39–49 km/h, ist aber keine universelle Betriebsgrenze für Markisen. Die zulässige Nutzung ergibt sich aus der konkreten Produktdokumentation und Einbausituation.
Sind Windböen gefährlicher als gleichmäßiger Wind?
Böen führen zu kurzfristigen Schwankungen von Windgeschwindigkeit und Richtung. Dadurch kann die Belastung einer ausgefahrenen Markise stark wechseln. Deshalb sollte nicht nur auf den Mittelwind geschaut werden.
Kann ich die Markise bei Wind halb einfahren?
Eine Zwischenstellung sollte nur als Windstellung genutzt werden, wenn sie für das konkrete System vorgesehen ist. Teilweises Einfahren ist keine allgemeine Sicherheitsregel.
Hilft ein Windwächter wirklich?
Ein kompatibler Windwächter kann motorisierte Markisen automatisch einfahren und damit die Reaktionszeit verbessern. Er ersetzt aber keine korrekte Montage, keine Produktgrenzen und keine Vorsorge bei angekündigtem Sturm.
Kann eine Markise bei starkem Wind zusätzlich festgebunden werden?
Improvisierte Gurte oder zusätzliche Befestigungen sollten nicht verwendet werden, wenn sie nicht ausdrücklich für das konkrete System vorgesehen sind. Sie können die Krafteinleitung verändern und andere Bauteile überlasten.
Ist eine kleine Markise windstabiler als eine große?
Die Größe beeinflusst die Windangriffsfläche, aber daraus folgt keine pauschale Rangfolge. Verglichen werden sollten immer die technischen Daten der konkreten Ausführung.
Spielt der Balkon bei Wind eine Rolle?
Ja. Höhe, Gebäudeecke, freie Anströmung und umliegende Bebauung können lokale Windverhältnisse beeinflussen. Ein exponierter Balkon sollte bereits bei der Auswahl berücksichtigt werden.
Was tun, wenn die Markise bei Sturm offen festhängt?
Nicht auf Leitern steigen und nicht an belasteten Teilen ziehen. Nur eine vom Produkt vorgesehene Notbedienung verwenden. Personen fernhalten und nach dem Wetterereignis fachkundige Hilfe organisieren.
Kann man eine beschädigte Markise nach einem Sturm weiter benutzen?
Bei verbogenen Armen, locker wirkenden Konsolen, schiefem Lauf oder anderen Auffälligkeiten sollte sie vor weiterer Nutzung überprüft werden. Schäden können die sichere Funktion beeinträchtigen.
Ist eine Markise auch als Windschutz geeignet?
Eine klassische ausfahrbare Horizontalmarkise ist primär Sonnenschutz und sollte nicht mit einem dafür konstruierten Windschutz verwechselt werden. Seitliche Lösungen müssen separat für ihren vorgesehenen Einsatzzweck ausgewählt werden.
Kann ich mich auf die Windanzeige meiner Wetter-App verlassen?
Sie ist eine hilfreiche Orientierung, bildet aber nicht zwingend die Böen und Strömung direkt an deiner Fassade ab. Lokale Gebäudeeffekte und die Produktgrenzen müssen zusätzlich berücksichtigt werden.
Was ist wichtiger: Windklasse oder Montage?
Beides gehört zusammen. Die Produktleistung kann ihre Schutzwirkung nicht entfalten, wenn Konsolen, Befestigung oder Untergrund ungeeignet sind. Deshalb sollte das Gesamtsystem betrachtet werden.
Kapitel 14
14. Fazit: Nicht nach einer magischen Windzahl suchen
Für Markisen bei Wind ist die wichtigste Erkenntnis einfach: Es gibt keine universelle km/h- oder Beaufort-Grenze, die für jedes Modell, jede Größe und jede Montage gilt. Die zuverlässigste Entscheidung entsteht aus vier Punkten: dokumentierte Windbeständigkeit, passende Dimensionierung, fachgerechte Befestigung und rechtzeitiges Einfahren bei kritischer Wetterlage.
Wer an einem windigen Standort plant, sollte zusätzlich die Bedienung mitdenken. Eine elektrische Markise mit kompatibler Sensorik kann die Reaktion auf Wetteränderungen erleichtern. Sie macht die Anlage aber nicht sturmfest. Bei angekündigtem Sturm bleibt das rechtzeitige Einfahren die zentrale Schutzmaßnahme.
Für den nächsten Schritt kannst du Markisen bei VANA vergleichen, die Steuerungen und Sensoren ansehen oder im großen Markisen-Ratgeber die komplette Kaufentscheidung durchgehen.
Quellen
Quellen
- DIN Media: DIN EN 13561:2015-08 – Markisen, Leistungs- und Sicherheitsanforderungen
- Deutscher Wetterdienst: Beaufort-Skala und Windgeschwindigkeiten
- Deutscher Wetterdienst: Messgrößen des Windes, Windstärke und Böigkeit
Für allgemeine technische Aussagen wurden ausschließlich neutrale Quellen verwendet. Konkrete Betriebsgrenzen, Montagevorgaben und Windbeständigkeiten müssen immer aus der Dokumentation des jeweiligen Markisenmodells entnommen werden.