VANA Ratgeber · Planung & Ausmessen
Eine Markise sollte nicht nur an die verfügbare Wand passen, sondern die gewünschte Fläche tatsächlich verschatten, Türen und Fenster freihalten und mit Montagehöhe sowie Neigung funktionieren. Wer nur „Wandbreite × Terrassentiefe“ misst, übersieht schnell wichtige Details wie seitliche Hindernisse, Rollladenkästen, Dachüberstände oder die Höhe des Ausfallprofils.
Inhaltsverzeichnis öffnen
Kapitel 1
Markise ausmessen: Welche Maße sind überhaupt wichtig?
Bei Markisen werden mehrere Maße schnell miteinander verwechselt. Besonders häufig wird angenommen, die Stoffbreite sei automatisch die Markisenbreite. Bei einer Kassetten- oder Gelenkarmmarkise gehören jedoch Gestell, Seitenteile und gegebenenfalls Kassette zur Gesamtbreite.
| Maß | Was damit gemeint ist | Warum es wichtig ist |
|---|---|---|
| Gesamtbreite | Außenmaß der vollständigen Markise gemäß Produktzeichnung. | Bestimmt, ob die Anlage in den verfügbaren Fassadenbereich passt. |
| Tuchbreite | Breite des Markisentuchs. | Kann kleiner als die Gesamtbreite sein und darf nicht verwechselt werden. |
| Ausfall | Produktbezogenes Maß für die Ausladung der geöffneten Markise. | Beeinflusst die erreichbare Schattenfläche und den Platzbedarf. |
| Montagehöhe | Höhenlage der Markise beziehungsweise ihrer Montagepunkte. | Wirkt zusammen mit Neigung auf die Höhe der Vorderkante. |
| Neigung | Winkel, in dem die Markise vom Gebäude nach vorne abfällt. | Verändert Schattenverlauf und Höhe des Ausfallprofils. |
Die aktuelle DIN EN 13561 legt Leistungs- und Sicherheitsanforderungen für außen am Gebäude befestigte Markisen fest und umfasst unterschiedliche Bauarten wie Gelenkarm-, Senkrecht- und Pergolamarkisen. Deshalb sollte beim Aufmaß immer zuerst klar sein, welche Bauart überhaupt geplant wird. citeturn842624search3
Kapitel 2
Wie breit sollte eine Markise sein?
Der erste Messwert ist die nutzbare Fassadenbreite. Dabei nicht nur von Hausecke zu Hausecke messen, sondern den tatsächlich verfügbaren Bereich, in dem die Markise und ihre Konsolen montiert werden können.
Danach wird die gewünschte Beschattungsbreite betrachtet. Soll nur ein Tisch beschattet werden, kann ein anderer Bereich sinnvoll sein als bei einer großen Fensterfront oder einer kompletten Terrasse. Seitlich einfallende Sonne verändert den Schatten zusätzlich, weshalb die Markise nicht allein nach der Möbelbreite ausgewählt werden sollte.
Beim Breitenmaß mitprüfen
- Fenster- und Türöffnungen
- Regenfallrohre
- Außenleuchten und Kameras
- Dachüberstände und Vorsprünge
- Rollladen- oder Raffstorekästen
- Nachbarwände und seitliche Begrenzungen
- Positionen geeigneter Montagebereiche
Kapitel 3
Wie tief sollte eine Markise sein?
Die Frage „Wie tief sollte eine Markise sein?“ ist deshalb besser als Schattenfrage zu verstehen: Wie weit soll der Schatten in den Aufenthaltsbereich reichen? Eine Terrasse kann beispielsweise tiefer sein als der sinnvolle Ausfall der Markise, oder ein großer Ausfall kann benötigt werden, obwohl nur ein Teil der Terrasse als Sitzbereich genutzt wird.
Der tatsächliche Schatten hängt neben dem Ausfall auch von Sonnenhöhe, Himmelsrichtung, Montagehöhe und Neigung ab. Ein großer nomineller Ausfall garantiert daher nicht zu jeder Tageszeit dieselbe Schattenfläche.
Außenliegender Sonnenschutz ist für den sommerlichen Hitzeschutz besonders wirksam, weil Sonnenstrahlung vor der Verglasung abgefangen wird. Wenn zusätzlich Fenster verschattet werden sollen, sollte deren Lage deshalb ausdrücklich in die Ausfallplanung einbezogen werden. citeturn842624search0turn842624search4
Kapitel 4
In welcher Höhe sollte man eine Markise anbringen?
Die Montagehöhe darf nicht isoliert betrachtet werden. Wird eine Markise hoch montiert und stark geneigt, kann die Vorderkante trotzdem deutlich tiefer liegen. Umgekehrt kann eine sehr flach eingestellte Markise bei tief stehender Sonne weniger Schatten erzeugen.
Vor dem Kauf sollte daher mit der technischen Zeichnung des gewünschten Modells geprüft werden, wie sich Montagehöhe, Ausfall und Neigungsbereich geometrisch auf die Vorderkante auswirken.
| Zu prüfen | Warum? |
|---|---|
| Türhöhe | Türen müssen auch bei ausgefahrener Markise nutzbar bleiben. |
| Fenster / Rollladen | Bewegliche Bauteile dürfen nicht kollidieren. |
| Ausfallprofil | Es bildet die niedrigste Vorderkante der geöffneten Markise. |
| Neigungsbereich | Je stärker die Neigung, desto stärker sinkt die Vorderkante. |
| Untergrund | Die gewünschte Höhe muss auch einen geeigneten tragfähigen Montagebereich bieten. |
Kapitel 5
Warum muss die Neigung schon beim Ausmessen berücksichtigt werden?
Beim Aufmaß reicht es deshalb nicht, nur den Platz für die geschlossene Kassette zu prüfen. Entscheidend ist die räumliche Situation im geöffneten Zustand. Dazu gehören Kopffreiheit, Türbewegung und gegebenenfalls Geländer oder andere Bauteile im Ausfallbereich.
Wie die Neigung am jeweiligen System eingestellt wird, erklären wir separat unter Markise einstellen. Auch dort gilt: Es gibt keinen universellen Winkel, der für jede Markise und jeden Standort optimal ist.
Kapitel 6
Welche Hindernisse müssen beim Markisen-Aufmaß berücksichtigt werden?
Ein häufiger Planungsfehler entsteht, wenn die Wandfläche optisch frei wirkt, aber später eine Konsole genau auf einen Rollladenkasten oder in einen konstruktiv ungeeigneten Fassadenbereich fallen würde. Die Position der Konsolen ist modellabhängig und muss mit dem Montageplan abgeglichen werden.
Bei Wärmedämmverbundsystemen reicht die sichtbare Fassadenoberfläche für die Beurteilung ohnehin nicht aus. Die Last muss über ein dafür geeignetes Befestigungssystem in einen tragfähigen Untergrund eingeleitet werden. Deshalb gehört die Befestigungsplanung zum Aufmaß dazu.
Kapitel 7
Wie misst man eine Markise für den Balkon aus?
Auf einem Balkon ist der Platz oft stärker begrenzt als auf einer offenen Terrasse. Eine Markise darf im geschlossenen Zustand nicht mit Türflügeln oder Rollläden kollidieren und im geöffneten Zustand nicht so tief stehen, dass die Nutzung des Balkons beeinträchtigt wird.
Bei einer Klemmmarkise wird zusätzlich geprüft, ob Boden und Decke beziehungsweise die vorgesehenen Klemmflächen zur Konstruktion passen. Eine Klemmmarkise und eine fest verschraubte Gelenkarmmarkise benötigen daher unterschiedliche Aufmaßinformationen.
Mehr zur Auswahl und zur Situation in Mietwohnungen findest du unter Markise für den Balkon und Klemmmarkise-Ratgeber.
Kapitel 8
Was ändert sich beim Aufmaß für Wand-, Decken- oder Dachsparrenmontage?
Bei Wandmontage wird die verfügbare Fassadenfläche geprüft. Bei Deckenmontage ist zusätzlich wichtig, ob die Decke konstruktiv geeignet und die Kassette beziehungsweise das Gehäuse in der vorgesehenen Orientierung montierbar ist. Bei Dachsparrenmontage müssen Position und Tragfähigkeit der Sparren sowie die passende Halterung berücksichtigt werden.
Eine Markise sollte deshalb nicht zuerst bestellt und danach überlegt werden, wo die Konsolen Platz finden. Das Aufmaß und die Befestigungsplanung gehören zusammen.
Kapitel 9
Wie plant man die gewünschte Schattenfläche?
Wer vor allem einen Esstisch am Nachmittag beschatten möchte, hat eine andere Zielzone als jemand, der große Fensterflächen vor sommerlicher Sonne schützen will. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass außenliegende Markisen nicht nur einen schattigen Sitzplatz schaffen, sondern auch Sonnenstrahlung vor dahinterliegenden Fenstern abfangen können. citeturn842624search2
Praktisch ist es, die gewünschte Schattenfläche direkt auf Terrasse oder Balkon zu markieren und den realen Sonnenverlauf an einem sonnigen Tag zu beobachten. Dabei sollte bedacht werden, dass der Sonnenstand im Jahresverlauf variiert. Ein Aufmaß ist deshalb keine exakte Schattenprognose für jede Stunde des Jahres.
Kapitel 10
Die häufigsten Fehler beim Ausmessen einer Markise
- Stoffbreite mit Gesamtbreite der Markise verwechseln
- nur die Wandbreite messen und Konsolenpositionen ignorieren
- Terrassentiefe automatisch als benötigten Ausfall übernehmen
- Neigung bei der Höhe des Ausfallprofils nicht berücksichtigen
- Rollladenkästen, Fallrohre oder Außenleuchten übersehen
- Türen nur geschlossen vermessen und deren Öffnungsweg vergessen
- bei gedämmter Fassade nur die sichtbare Oberfläche beurteilen
- Montageart erst nach Bestellung festlegen
- nur bei einer Tageszeit an den Schatten denken
- Produktmaß nicht mit der technischen Zeichnung abgleichen
Kapitel 11
Markise richtig ausmessen: Checkliste vor der Bestellung
| Prüfpunkt | Was festhalten? |
|---|---|
| Nutzbare Breite | Freier Montagebereich und gewünschte Gesamtbreite. |
| Schattenzone | Welche Terrasse, Sitzfläche oder Fenster sollen beschattet werden? |
| Ausfall | Gewünschte Ausladung innerhalb der verfügbaren Modellgrößen. |
| Montagehöhe | Mögliche Höhenlage plus ausreichende Vorderkantenhöhe. |
| Neigung | Vorgesehener Bereich gemäß Markisenmodell. |
| Hindernisse | Fallrohre, Lampen, Rollläden, Dachüberstände, Türen und Fenster. |
| Montageart | Wand, Decke oder Dachsparren. |
| Untergrund | Baustoff und eventuell vorhandene Fassadendämmung. |
| Produktzeichnung | Außenmaße, Konsolenbereiche und notwendige Freiräume abgleichen. |
Wer unsicher ist, sollte Maße mehrfach aufnehmen und nicht nur eine einzelne Messung notieren. Besonders bei älteren Gebäuden können Wand- und Deckenflächen leicht aus dem Lot beziehungsweise nicht exakt parallel sein.
Kapitel 12
Häufige Fragen zum Ausmessen einer Markise
Wie misst man eine Markise richtig aus?
Nutzbare Montagebreite, gewünschte Beschattungsfläche, Ausfall, Montagehöhe und Hindernisse erfassen und anschließend mit den technischen Maßen des konkreten Modells abgleichen.
Wie breit sollte eine Markise sein?
So breit, dass die gewünschte Fläche ausreichend beschattet wird und die vollständige Markise in den verfügbaren Montagebereich passt. Einen universellen seitlichen Überstand gibt es nicht.
Wie tief sollte eine Markise sein?
Der Ausfall sollte zur gewünschten Schattenfläche passen. Terrassentiefe und erforderlicher Ausfall sind nicht automatisch identisch.
Welche Größe sollte eine Markise haben?
Das ergibt sich aus verfügbarer Montagebreite, gewünschter Schattenfläche, Ausfall, Montagehöhe und Bauart. Eine einzige Standardgröße für jede Terrasse gibt es nicht.
Was ist der Ausfall einer Markise?
Der Ausfall ist das produktbezogene Maß für die Ausladung der geöffneten Markise. Die genaue Maßdefinition sollte in der technischen Zeichnung des Modells geprüft werden.
Ist die Markisenbreite gleich der Stoffbreite?
Nicht zwingend. Gestell, Seitenteile und Kassette können dazu führen, dass die Gesamtbreite größer als die sichtbare Tuchbreite ist.
In welcher Höhe sollte man eine Markise anbringen?
So, dass die Konstruktion sicher befestigt werden kann und bei vorgesehener Neigung ausreichend nutzbare Höhe unter dem Ausfallprofil bleibt.
Wie weit darf eine Markise überstehen?
Das hängt von Grundstücks- und Gebäudesituation, Bauart, örtlichen Regeln und gegebenenfalls Miet- oder WEG-Vorgaben ab. Eine allgemeine Zentimetergrenze gibt es nicht.
Wie weit kann man eine Markise ausfahren?
Nur bis zum konstruktiv vorgesehenen Ausfall des jeweiligen Modells beziehungsweise bis zur korrekt eingestellten Endposition.
Muss eine Markise breiter als die Terrasse sein?
Nein. Entscheidend ist die gewünschte Schattenzone und ob die Gesamtbreite technisch und räumlich passt.
Wie berücksichtigt man die Neigung beim Ausmessen?
Mit zunehmender Neigung sinkt die Vorderkante. Deshalb müssen Montagehöhe, Ausfall und Neigungsbereich gemeinsam betrachtet werden.
Wie misst man eine Markise für eine Balkontür aus?
Neben Breite und Ausfall muss geprüft werden, dass Türflügel, Rollladen und Vorderprofil in allen Betriebsstellungen ausreichend Freiraum haben.
Wie misst man eine Markise für einen Balkon aus?
Breite, Tiefe, Montagehöhe, Geländer, darüberliegende Bauteile, Türen und mögliche Montageart erfassen. Bei Klemmmarkisen zusätzlich die vorgesehenen Klemmflächen prüfen.
Muss ich vor dem Ausmessen wissen, ob Wand- oder Deckenmontage geplant ist?
Ja, idealerweise. Die Montageart beeinflusst Position, Geometrie und benötigte Halterungen.
Was muss man bei einer gedämmten Fassade messen?
Neben den sichtbaren Maßen muss der Wandaufbau beziehungsweise der tragfähige Untergrund bekannt sein, damit ein geeignetes Befestigungskonzept geplant werden kann.
Wie plant man den Schatten einer Markise?
Gewünschte Schattenzone festlegen und Sonnenrichtung, Tageszeit, Montagehöhe, Ausfall und Neigung gemeinsam betrachten.
Kann ich eine Markise selbst ausmessen?
Bei einer klaren Einbausituation grundsätzlich ja. Bei komplizierter Fassade, unklarem Untergrund oder knappen Platzverhältnissen kann ein professionelles Aufmaß sinnvoll sein.
Wo finde ich passende Markisen nach dem Aufmaß?
Aktuelle Modelle findest du unter Markisen. Den Gesamtüberblick bietet der große VANA Markisen-Ratgeber.
Fazit
Gutes Aufmaß verbindet Platz, Schatten und Montage
Eine Markise richtig auszumessen bedeutet mehr als Breite und Tiefe der Terrasse zu notieren. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Gesamtbreite, gewünschtem Ausfall, Montagehöhe, Neigung, Schattenziel und geeigneter Befestigungsfläche.
Wer zusätzlich Hindernisse und die technische Zeichnung des gewählten Markisenmodells prüft, reduziert das Risiko einer falschen Größe erheblich. Besonders bei knappen Platzverhältnissen sollte lieber zweimal gemessen und einmal bestellt werden.
Nach dem Aufmaß helfen Markisenarten im Vergleich bei der Bauart und Markise richtig montieren bei der Befestigungsplanung.
Quellen